2008 BG P - August

Ortstermin im Hans-Otto-Theater Potsdam

Die BDB-Bezirksgruppe Potsdam nahm zum dritten Male die Gelegenheit wahr das neue Haus des Hans-Otto-Theaters unter baufachlicher Führung zu besichtigen. Es ging dabei um die vielfach öffentlich gemachte Problematik der Akustik in diesem Hause. Wegen der Historie beim Ringen um eine würdige Spielstätte für Potsdam ist die unbefriedigende Raumakustik ein Kriterium, das schnellst möglich der Vergangenheit angehören sollte.

Historie
1795: Eröffnung des Schauspielhauses am alten Stadtkanal - „Kanaloper". 1945: Beim Bombenangriff wird das Schauspielhaus völlig zerstört.

1946: Das neu gegründete „Brandenburgische Landestheater" beginnt im Schlosstheater im Neuen Palais.

1947: Erste Pläne zum Bau eines neuen Landestheaters

1949: Eröffnung der neuen provisorischen Spielstätte des Brandenburgischen Landestheaters in der Zimmerstraße 10 (Hauptspielstätte bis 1991)

1952: Das Potsdamer Theater erhält den Namen des Schauspielers Hans Otto.

1968: Beschluss zum Stadtzentrums, u.a. mit Stadthalle und Theater. Die Eröffnung ist für den 25. Jahrestag der DDR 1974 vorgesehen.

1971: Beschluss des Politbüros zum Wohnungsbau, damit ist auch der Theaterneubau auf dem Alten Markt passé.

1985: Die nunmehr 41. Variante eines Potsdamer Theaterneubaus mit dem Standort Alter Markt wird bestätigt. Es soll ein Haus entstehen, das zur 1000-Jahr-Feier Potsdams 1993 eingeweiht werden kann.

1989: Grundsteinlegung für diesen Theaterneubau auf dem Alten Markt

1991: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Abriss des bereits fertig gestellten Rohbaus für mehrere Mill. DM. Ein Blech-Theaterhaus Am Alten Markt wird bis zur Fertigstellung eines neuen Hauses dienen.

1992: Es fällt die Grundsatzentscheidung für den Standort eines Schauspielhauses in der Schiffbauergasse.

1999: Entscheidung für einen Theaterneubau auf dem Gelände Schiffbauergasse nach dem Entwurf des Kölner Architekten Prof. Gottfried Böhm

2003: Erster Spatenstich für den Theaterneubau. Im Oktober: Grundsteinlegung

2004 September: Richtfest für den Theaterneubau

2006: Das neue Hans Otto Theater wird mit einer Serie von fünf Premieren vom 22. bis 24. September eröffnet.

Neues Hans Otto Theater

Im September 2006 war es endlich soweit: Nach 211 Jahren wurde in Potsdam erstmals wieder ein Theater eröffnet. Damit ging für das Ensemble des Hans Otto Theaters eine lange Zeit der Provisorien und Ersatzspielstätten zu Ende.

Das neue Theater ist besonders markant zur Wasserseite mit der öffnenden - dreifachen muschelartigen Überdachung von Zuschauer- und Foyerbereich. Vom verglasten Foyer aus bietet sich ein traumhafter Blick über den Tiefen See zum Babelsberger Park. Eine Anlegestelle für Schiffe macht für Gäste aus Potsdam und Berlin auch eine Anreise auf dem Wasser möglich. Der Zuschauerraum fasst bis zu 485 Plätzen, die unter Einsatz von Hubpodien variabel versenkt und erhöht werden können. Harmonisch in den Baukörper integriert wurden ein unter Denkmalschutz stehender Gasometer, über den größere Anlieferungen erfolgen können, sowie der aus dem 19. Jahrhundert stammende Turm einer früheren Zichorienmühle. In diesem ist mittlerweile das Restaurant „Il Teatro“ beheimatet, in dem Freunde gepflegter Gastronomie den Theaterabend stilvoll ausklingen lassen können.

Gästebucheinträge

Datum: 2008-06-16 Betreff: Ein Sommernachtstraum
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Leider habe auch ich nicht alle Schauspieler verstehen können, aber das lag weniger an der Akustik als an der Sprechgeschwindigkeit. Auf jeden Fall möchte ich den beiden Darstellerinnen der Hermia und der Helena nochmal besonders gratulieren, die beiden waren für mich in einer Riege exzellenter Schauspieler die absoluten Highlights!!

Datum: 2008-04-19 Betreff: Filumena
................ was aber viel schlimmer war, ist die akustik im saal. man versteht ja kaum die schauspieler / -innen und wenn noch ein musikteppich gelegt wird. ist es ganz aus. es sitzt doch ein techniker an den reglern im saal. das muss man doch mitbekommen....???
es ist wirklich unverständlich, im wahrsten sinne des wortes. ein enttäuschender theaterabend!
wir kommen erst wieder in dieses theater, wenn man die akteure auch verstehen kann.

Datum: 2008-01-27 Betreff: Raub der Sabinerinnen
Heute am 26.01.08 bin ich das erste mal in ihrenm schönen neuen Theater gewesen. ................... Ich habe im Hochparkett Reihe 13 Platz 9 gesessen. Leider waren die Schauspieler nur sehr schlecht zu verstehen. Ich hoffe das ich beim nächsten Besuch mehr verstehen kann.

Maßnahmen

Zur Verbesserung der Raumakustik sind von Anbeginn die Akteure im und um dieses Objekt bemüht, Lösungen zu finden.

Gutachterlichen, sachverständigen Leistungen gingen einher, um Messungen, Berechnungen, Modelle und Varianten vorzulegen.

Die praktische und finanzielle Machbarkeit musste mit dem Spielbetrieb in Einklang gebracht werden.

Jetzt sind die ersten Arbeiten abgeschlossen und die ersten Ergebnisse werden die Besucher spüren und beurteilen. Im nächsten Jahr werden die Veränderungen mit einer großen finanziellen Aufwendung hoffentlich zu aller Zufriedenheit abgeschlossen werden.

Text K.Becker