Mitgliederversammlung 10/11

Für die diesjährige Landesmitgliederversammlung hatte sich der Landesvorstand etwas Besonderes ausgedacht.

Wir alle kennen Zeichen- und Messgeräte, die alle mit dem Namen REISS Liebenwerda verbunden sind.

Der Mann, der mit seinem Namen eine vollständige Produktpalette mit dem Namen einer Stadt verbunden hat, Herrmann Robert Reiss galt es aus Anlass des bevorstehenden 100. Todestag zu würdigen.

So stand dann auch die Jahresversammlung ganz im Zeichen von Robert Reiss und der Stadt Bad Liebenwerda.

Ein Wagnis war es schon unsere Kollegen an einem Samstag quer durch das Land und fern der Autobahn bis in der äußersten Südwestzipfel fahren zulassen und dann noch in einen Ort den man eigentlich gar nicht kennt. Trotzdem kam doch eine gute Teilnehmeranzahl heraus und der Aufwand aller Beteiligten war nicht umsonst. Das schöne Wetter war extra bestellt, das Ambiente war ausgezeichnet und damit waren alle Voraussetzungen für eine gelungene Veranstaltung gegeben.

Da zur gleichen Zeit auch noch eine Ausbildungsmesse und die Einweihung des restaurierten 800 jährigen Lubwartturm stattfand, war so viel in der Stadt los, dass uns zunächst nur der Stellv. Bürgermeister begrüßen konnte und wenig später kam dann der Bürgermeister Herr Richter hinzu. In einem hochinteressanten Vortrag im Bürgerhaus auf dem alten Burggelände, wurde uns die Kurstadt Bad Liebenwerda vorgestellt.

Insbesondere das Klimaprojekt der Kurstadt fand ungeteilte Aufmerksamkeit und löste eine Vielzahl von Fragen aus. Na Hallo, wo bin ich denn? wird sich manch einer gefragt haben. Einzige Stadt Ostdeutschlands, die an einem Projekt der Bundesregierung teilnimmt ?!

Besonderes Interesse fand Naturgemäß die Stadtkarte mit der thermischen Kartierung. Das löste Diskussionen aus und auch Fragen zur Kommunalpolitik wurde sehr zielsicher und kompetent beantwortet. So u.a. dass man sich mehr auf die Erneuerung der Infrastruktur konzentriert hat, als auf zweifelhafte und fragwürdige Experimente in der Stadtentwicklungspolitik. Bad Liebwerda hinterließ bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck.

Danach übernahm der Geschäftsführer von der Fa. REISS, Herr Dietmar Menzel die Einführung zum Leben und Wirken von Robert Reiss. Der anschließende Stadtspaziergang zur Fa. REISS offenbarte eine wunderschöne über 800 Jahre alte und sehr urbane Stadt. Vorbei an stadtgeschichtlichen Denkmalen und Fixpunkten von Robert Reiss ging es zur Fa. REISS. Schon außen geht einem das Herz auf, wenn man dem Betriebsgebäude der klassischen Moderne gegenüber steht.

Im Ausstellungsraum wurden uns weitere leitende Mitarbeiter der Fa. REISS vorgestellt und über Power Point Präsentation bekamen wir Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Fa. REISS.

Etwas wehmütig wurde zu Kenntnis genommen, das Zeichen- und Messgeräte nun nicht mehr hergestellt werden, sondern ausschließlich Büromöbel und das mit großen Erfolg – wie eben REISS eine Erfolgsgeschichte ist. Insbesondere Dank der jetzigen Geschäftsführer, die die Fa. REISS 1990 vor der Treuhand retten konnten.

Im Firmenmuseum trafen wir auf alte Bekannte aus unserer Berufspraxis und erfreuten uns des Wiedersehens mit Zeichengeräten, Zeichenmaschinen, Messgeräten u.v.a. mehr. Anschließend ging es auf den Friedhof um an der dortigen Grabanlage der Familie Reiss, Hermann Robert Reiss zu würdigen.

Nach dieser Würdigung, die HIER abgedruckt ist, ging es dann mit Verspätung ans Mittagessen in den Burgkeller und zurück in den darüber liegenden Bürgersaal, um dort nun die Landesmitgliederversammlung durchzuführen. Auf der Mitgliederversammlung wurde noch einmal sehr kritisch der Baumeistertag in München ausgewertet, die nächsten Aktivitäten besprochen und sich mit der Bezirksgruppe Frankfurt, Rhein - Main auseinander gesetzt.

Schwerpunkt waren auch die anstehenden Kammerwahlen der Architektenkammer und der Ingenieurkammer. Berichte aus den Fachreferaten und aus den Bezirksgruppen rundeten diese sehr gelungene Veranstaltung an einem Ort ab, der für viele nun nicht nur aus Kurstadt und Mineralquellen irgendwo jwd. besteht, sondern als eine lebendige Kleinstadt mir dem Anspruch durch die Fa. REISS mit dem Rest der Welt verbunden zu sein und das seit 125 Jahren mit der Fa. REISS.
Klaus Haake